Ich bin nicht überrascht, dass die Misserfolgsquoten hoch sind. Was mich überrascht: Wie viele Unternehmen danach weitermachen, dieselben Fehler wiederholen und das Ergebnis als „KI-Problem" bezeichnen.
In meinem Projektalltag habe ich früh die Erfahrung gemacht, dass es einen entscheidenden Unterschied macht, KI nicht als Technologie-Initiative zu behandeln, sondern als Arbeitsmethode. Nicht „Wir testen KI" – sondern „Wie lösen wir dieses konkrete Problem, und kann KI dabei helfen?" Das klingt wie eine semantische Feinheit. Ist es nicht.
Drei Dinge, die ich für mich mitgenommen habe:
1. Kleine, konkrete Einsatzbereiche schlagen große Visionen. Wer mit „KI soll unsere gesamte Projektarbeit verändern" startet, scheitert. Wer mit „KI soll unsere Sprint-Retros zusammenfassen" startet, hat nach zwei Wochen verwertbare Ergebnisse.
2. Der Mensch entscheidet – KI schlägt vor. Die GPM-Studie bestätigt, was ich aus der Praxis kenne: Hybridmodelle funktionieren. KI für Informationsverarbeitung und Strukturierung, Mensch für Urteil und Kontext.
3. Datenschutz ist in Deutschland ein echter Faktor, kein Vorwand. 43 Prozent der deutschen Unternehmen nennen Datenschutz als größte Herausforderung beim KI-Einsatz – weltweit sind es 32 Prozent. Das gehört von Anfang an in jede KI-Strategie, nicht als nachträglicher Gedanke.